Code war nur das Etikett. Zugang war die Knappheit. Reibung war keine Schwäche des Modells — Reibung war das Modell. Der Preis von 30 Dollar pro Sitz und Monat deckte nicht die Cycles, die ein CRM kostet; er deckte den Apparat, der zwischen einem Bedürfnis und seiner Erfüllung stand. Solange dieser Apparat die einzige Brücke war, war jede Bewertung in dieser Branche eine Bewertung der Brücke, nicht der Software.
KI trifft Software zuerst, weil sie alle vier Bedingungen gleichzeitig erfüllt, die kein anderes Gewerbe in dieser Dichte hat. Ein einmal geschriebenes Modul kostet bei der millionsten Kopie nichts. Software-Käufer adoptieren früh, ohne sentimentale Bindung an ihren letzten Vendor. Programmiersprachen sind formaler, regelhafter, näher am Token-Strom eines LLM als ein Röntgenbild oder ein Tragwerksmodell. Und vor allem: KI kann ihren eigenen Output kompilieren, testen, debuggen, neu schreiben — in einer geschlossenen Schleife, ohne Menschen im Pfad. In Medizin, Recht, Architektur fehlt dieser Rückkanal; dort bleibt der Mensch der einzige Verifikationsserver. In Software schließt sich die Schleife — bei der KI wie beim Käufer.
Eine Ops-Mitarbeiterin baut sich am Wochenende, was vorher ein Vendor-Ticket war. Tech-Schuld stapelt sich, das ist messbar — und sie wird teurer, je länger sie steht. Aber das verteidigt nicht das Produkt; es verteidigt den Apparat. Dass die Debatte überhaupt zwischen einem YC-CEO und einem SaaS-Gründer stattfindet, ist der Beleg, nicht die Auflösung.
Verschoben wird dadurch nicht der Preis, sondern die Käuferidentität. Wer Software einkauft, weil er sie nicht selbst herstellen kann, gehört zu einer Kategorie, die schrumpft — und mit ihr schrumpft die Vertriebsorganisation, die diese Kategorie bedient. Was für Anwendersoftware gilt, gilt für jede Vermittlung, die zwischen Bedürfnis und Erfüllung steht.